
8 Harteveld Rare Books Ltd., CH-1700 Fribourg
alten Eidgenossenschaft mit Frankreich, möglicherweise für den
Stand Freiburg erstellt. Aussergewöhnlich seltenes Dokument.
Die aufwendige Pergamenthandschrift stammt von der Hand des
öffentlichen Notars und Rat-Substituts Jost Wirz aus Solothurn.
Wie am Schluss vermerkt, wird seine wortgetreue Abschrift
vom 22. August 1780 durch die Beglaubigung der Regierung
Solothurns mit ihrem Siegel (grosses Papiersiegel) ergänzt, un-
terschrieben vom Staatsschreiber, dem Geheimrat Zeltner. Die
Namen des franz. Gesandten Gravier de Vergennes und die der
eidgenössischen Vertreter sind am Ende des Vertrags aufgeführt
(nur die 2 Originalausführungen, 1 Exemplar in Frankreich und
das andere im Archiv Solothurn tragen die Originalunterschriften
und -siegel). Diese Abschrift entspricht dabei der Ausfertigung
für die Eidgenossenschaft, welche zweisprachig ausgestellt
wurde. Dieses Vertragswerk zwischen Frankreich und der alten
Eidgenossenschaft, unterzeichnet am 28. Mai und beschworen
am 25. August 1777, war die letzte Erneuerung des Bündnisses
mit Frankreich, welches mit dem ,Ewigen Frieden’ von 1516
begann. Nachdem für lange Zeit kein solcher Vertrag mehr
mit der ganzen Schweiz zustande gekommen war, schaffte
es die französische Diplomatie 1777 die 13 Orte und einige
Zugewandte (Abtei u. Stadt St. Gallen, Wallis, Mulhouse und
Biel) zu einem solchen umfassenden Bündnis zu überreden.
Dabei geht es um die gegenseitige Zusicherung militärischer
Hilfe im Kriegsfall und v.a. um die Werbung von Schweizer
Söldnern für die französischen Heere. Die Pensionszahlungen
aus Frankreich und der Salzhandel zu günstigen Konditionen
sind ebenfalls wichtige Punkte. Daneben finden sich auch
andere zwischenstaatliche Regelungen wie die Strafverfolgung
von Verbrechern u.a. Interessant ist auch die Tatsache, dass die
Schweizer in diesem Vertragswerk von Frankreich als ‘Nati-
on’ oder ‘Corps Helvétique’ bezeichnet werden, also als eine
politische Einheit (die sie in diesem Sinne noch nicht waren).
Das Bündnis, welches im August 1777 in Solothurn in einem
pompösen Festakt feierlich beschworen wurde, war auf 50
Jahre angelegt, also bis 1827. Die französische Revolution und
der Tod des Königs beendeten aber diesen Bund schon wenige
Jahre später. (Mit dem Dokument mitgeliefert: Bloch, Gilbert.
Bilder aus der Ambassadorenherrschaft in Solothurn [...] Einfall
der Franzosen. Biel, Rüfenacht, 1898).
colonels-propriétaires du Régiment suisse de Diesbach au
service de France, de 1764 à 1792. Le présent manuscrit
longtemps conservé dans l’illustre famille fribourgeoise
est, selon toute vraisemblance, un présent qui lui a été
remis en signe de reconnaissance par la France en sa
qualité de commandant de l’un des prestigieux régiments
suisses au service du roi. La qualité exceptionnelle de la
reliure et le choix du vélin attestent de l’importance de
ce document.
Le texte de cet important traité franco-suisse a connu
de nombreuses impressions, en France et en Suisse ; les
exemplaires manuscrits sont, en revanche, d’une extrême
rareté. Lors de l’exposition de 1967 retraçant les Gran-
des heures de l’amitié franco-suisse, riche en documents
originaux, seule une version imprimée du traité, fournie
par les Archives nationales de France, a pu être présentée.
Somptueuse reliure en maroquin rouge richement décorée
aux motifs oraux, tranches dorées, dos à cinq nerfs doré
(voir couverture). HRB 93333 36000.-
Abschrift des allgemeinen Defensif-Bündnüsses welches im
Jahr 1777 zwischen der Durchlauchtigsten Krone Frankreich
und denen gesamten Freystaaten der Hochlöblichen Eidgnoss-
schaft in der Stadt Solothurn beschlossen, und den 25ten Tag
Augstmonats erwehnten Jahrs daselbst feuerlichst beschworen
worden. Zweisprachige Pergamentabschrift eines wichtigen
Vertragswerkes zwischen der Schweiz und Frankreich zur Zeit
des Ancien Regime. 1780, in-folio, 20 Pergamentbl. recto-verso
in kalligraph. Schönschrift beschrieben, auf das Titelblatt in dt.
Sprache folgt der Vertragstext, auf jeweils 2 Spalten in dt. u.
franz. Sprache u. Schrift in schwarzer Tinte geschrieben, 1 roter
u. 1 weisser Leinenfaden binden die Vertragsseiten zusätzlich
zusammen und sind durch ein grosses Papiersiegel am Ende
gesichert, sehr guter Zustand, hs. Besitzervermerk ‘Philippe de
Diesbach à Agy 1861’ auf vorgebundenem Pergamentbl., roter
Maroquin-Einbd. mit reicher oraler Goldprägung und mar-
mor. Vorsätzen, an den Ecken etwas bestossen, ansonsten sehr
schönes Exemplar. Ofzielle Abschrift eines Staatsvertrags der
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